BRANDSCHUTZ – FACH­IN­FOR­MA­TIO­NEN FÜR PROFIS

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Eignung zum Brandschutzbeauftragten – welche Eigenschaften und Qualifikationen sollte man mitbringen?

Vor der Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten steht die richtige Auswahl der dafür infrage kommenden Personen. Sie verhilft zu einer erfolgreichen Unterstützung/Beratung des Unternehmers.

Häufig stellt sich die Frage, welche Mitarbeitenden denn überhaupt geeignet sind, die Rolle eines Brandschutzbeauftragten zu übernehmen – immerhin ist es dessen Aufgabe, den Arbeitgeber, Unternehmer oder Gebäudebetreiber in allen Fragen des Brandschutzes zu beraten. Dies umfasst, dass er die Brandrisiken seines Tätigkeitsbereiches analysiert, bewertet und die getroffenen Brandschutzmaßnahmen überwacht. Zudem erarbeitet er bei Bedarf auch Änderungs- oder Ergänzungsvorschläge. Werden bestehende Brandrisiken außer Acht gelassen oder falsch eingeschätzt, erfolgt die Beratung zu Brandschutzmaßnahmen unzureichend, unvollständig oder werden Mängel im Brandschutz nicht erkannt, führt dies zu erheblichen Sicherheitseinbußen.

Die sich aus einer derartigen Falschberatung ergebenden haftungsrechtlichen Konsequenzen bemessen sich i.d.R. nicht nach dem tatsächlichen, sondern nach dem üblicherweise von einem Brandschutzbeauftragten zu erwartenden Wissens- und Kenntnisstand. Nach § 7 ArbSchG dürfen daher nur zuverlässige und fachkundige Personen mit der Wahrnehmung sicherheitstechnisch relevanter Aufgaben betraut werden.

Zur fachlichen Eignung und dem notwendigen Wissen eines Brandschutzbeauftragten gibt es jedoch keine verbindlichen Vorschriften. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, dass der zukünftige Brandschutzbeauftragte eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie Kenntnisse über die branchenüblichen betrieblichen Abläufe und Gefährdungen besitzt. Des Weiteren ist offensichtlich, dass auch technisches Verständnis eine wesentliche Grundlage für die Ausübung seiner Tätigkeit darstellt. Neben Grundkenntnissen der Brandschutzorganisation und Fachwissen im Brandschutz muss der Brandschutzbeauftragte ebenso betriebliche Abläufe, Prozesse und Arbeitsverfahren beurteilen und seine Empfehlungen und Hinweise innerhalb der betrieblichen Organisations- und Entscheidungsstrukturen umsetzen können. Hierzu benötigt er betriebsspezifische brandschutzrelevante Kenntnisse, z.B. hinsichtlich verfahrenstechnischer Besonderheiten bei Produktionsabläufen oder auch des Umgangs mit bzw. der Lagerung von brennbaren und entzündlichen Gefahrstoffen.

Für Betriebe mit erhöhter Brandgefährdung wird in den vfdb-, DGUV- und VdS-Richtlinien zu Aufgaben, Qualifikation, Ausbildung und Bestellung von Brandschutzbeauftragten – zusätzlich zu den in der Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten enthaltenen Grundkenntnisse im betrieblichen Brandschutz – eine auf die jeweiligen Tätigkeitsschwerpunkte bezogene weiterreichende Qualifikation aufgeführt, wie z.B.:

  • Eine feuerwehrtechnische Ausbildung,
  • eine Ausbildung zum/-r Werkfeuerwehrmann/-frau,
  • eine Qualifikation als Fachkraft für Arbeitssicherheit oder
  • ein Hochschul-/FH-Abschluss mit Studienschwerpunkt Brandschutz oder Sicherheitstechnik.

Je nach Ausbildung können bestimmte berufliche Qualifikationen bereits die üblichen Erwartungen und Anforderungen an die Funktion eines Brandschutzbeauftragten fachlich und zuverlässig erfüllen, sofern ihre Inhalte die in dieser Richtlinie genannten Aufgabenfelder und Tätigkeiten abdecken.

TIPP: Entdecken Sie zu diesem Thema auch unsere TÜV SÜD Weiterbildung zum Brandschutzbeauftragten nach nach DGUV Information 205-003 und vfdb-Richtlinie 12/09-01.

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