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Brandschutz und Datensicherheit – worauf es ankommt

Ein Brand im Unternehmen kann nicht nur Menschen gefährden und wertvolle Sachwerte vernichten – ein Datenverlust durch Feuer hätte zudem das Potenzial zu einer existenziellen Bedrohung.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie haben 21 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen bereits einmal sämtliche Geschäftsdaten verloren. 20 Prozent der Unternehmen lagern ihre Daten-Back-ups im Serverraum, wo sie im Brandfall unwiederbringlich vernichtet würden. Die ministeriale Statistik gibt auch Aufschluss darüber, dass viele Firmen keinen IT-Notfallplan haben, der bei einem Virenangriff oder bei einem Brandfall in Kraft treten würde. Besonders ernüchternd: 93 Prozent aller deutschen Unternehmen, deren Datenausfall zehn Tage oder länger währte, haben das darauffolgende Geschäftsjahr nicht überlebt. Dies macht deutlich, welche besondere Rolle der Datensicherheit beim Brandschutz zukommt. Denn Möbel, Regalreihen oder Computer lassen sich nachkaufen, nicht aber die Firmendaten.

Jede IT-Infrastruktur ist potenziell gefährdet

Die in einem Unternehmen genutzten Daten sind zumeist auf Festplatten und anderen Datenträgern sowie auf Servern gesichert. Die Datenmengen nehmen mit dem technologischen Fortschritt immer weiter zu, was für weiteren Serverbedarf sorgt. Brandquellen können in einem Unternehmen vielfältiger Art sein – die gefährdete IT-Infrastruktur ist aber auch selbst ein Risikofaktor. Ein Server kann sich überhitzen. Der unsachgemäß geladene oder defekte Akku eines Laptops stellt ebenfalls eine typische Brandgefahr dar. Einschlägige Berichte über Firmenbrände zeigen, dass die vielfach gebräuchlichen externen Festplatten und Speicher-CDs einem Feuer nicht standhalten. Zwar gibt es Cloud-Dienstleister, doch sind kritische Daten und Infrastrukturen in vielen Unternehmen nichts, das man einfach so auslagern will oder auch kann. Hier bieten sich spezielle Datensicherungsschränke oder auch autarke Datenschutzräume an.

Räumlich getrennte Sicherheits-Container

Um die kritischen Unternehmensdaten in die Schutzzone zu transferieren, sind regelmäßige, am besten tägliche Back-ups nötig. Damit erhöhen Betriebe übrigens nicht nur ihre Datensicherheit, sondern erfüllen auch die Maßgaben der DSGVO hinsichtlich des Datenschutzes bei der Archivierung personenbezogener Daten. Das wichtigste beim Back-up: Sein Zielort muss in räumlicher Trennung von den Hauptdaten liegen. Bei einem Brand verringert sich so das Risiko, dass beide Datenspeicher ein Raub der Flammen werden. Der Markt hält ein Angebot an Datensicherungsschränken bereit – allerdings von unterschiedlicher Qualität. Das Eindringen von Hitze oder Feuchtigkeit ist – je nach Hersteller – begrenzt möglich. Im schlimmsten Fall kann der Container dem Feuer trotzen, seinen Inhalt aber nicht vor dessen Wirkung bewahren. Tests liefern hier zuweilen variable Ergebnisse oder beziehen nicht sämtliche Baugruppen ein. Viele Unternehmen entscheiden sich deshalb zu Datensicherheitsschränken mit ECB-S-Zertifizierung.

Brandschutzgerechte Datenschutzräume

Eine ECB-S-Zertifizierungsmarke am Datenspeicher stellt sicher, dass der Spezialschrank von dem dafür maßgeblichen Verband ESSA nach den EU-Normen für Einbruch- und Brandschutz bei Tresoren EN 1047-1 – oder je nach Anforderung – EN 1047-2 zertifiziert ist. Für die meisten Unternehmen ist mit ECB-S-Containern ein kompromissloser Brandschutz möglich. Will man noch einen Schritt weitergehen, können Firmen je nach vorhandener baulicher Substanz auch separate Datenschutzräume errichten. Weil Brandwände nicht die Anforderungen an ein abgeschlossenes räumliches System erfüllen, in dem Daten sicher aufgehoben sind, heben eigens konstruierte Datenschutzräume nach EN 1045-2 die betriebliche Datensicherheit auf ein nahezu absolutes Niveau. In eigens konzipierten Räumen lässt sich naturgemäß mehr unterbringen, von der gefährdeten Hardware bis zum kompletten Rechenzentrum. Über die Nutzung eines der beiden Systeme – Sicherheitsschrank oder Schutzraum – entscheiden letztlich die lokalen Gegebenheiten, das konkrete Datenaufkommen und die Investitionsbereitschaft des Unternehmers.

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