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Müritz-Nationalpark: Weitflächiger Waldbrand nach mehreren Tagen gelöscht

Der Nationalpark Müritz, Deutschlands größter terrestrischer Nationalpark, war Mitte Juli Schauplatz eines dramatischen Großbrands: Mehrere Tage lang kämpften rund 370 Einsatzkräfte gegen die Flammen – erschwert durch Munitionsreste im Boden aus DDR- und Kriegszeiten. Was war der Auslöser, und wie gelang die Eindämmung?

Brandherd auf früherem Truppenübungsplatz

Mit einer Fläche von 322 Quadratkilometern ist der Nationalpark Müritz im Süden von Mecklenburg-Vorpommern Deutschlands größter terrestrischer Nationalpark. Er besteht überwiegend aus Wäldern. 13 Prozent seiner Fläche werden von Seen gebildet. Dagegen machen Wiesen und Felder nur sieben Prozent aus. Mitte Juli, als eine Hitzewelle und mangelnde Niederschläge für besonders trockene Verhältnisse gesorgt hatten, entflammte ein Großbrand im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte zwischen Neustrelitz und Waren. Dabei kam einem für Waldbrände im Osten Deutschlands charakteristischen Faktor eine Schlüsselrolle zu: Das Feuer ging von einem ehemaligen Truppenübungsplatz aus.

Panzerminen im trockenen Erdreich

Im Boden lagen Bestände an Restmunition aus DDR-Zeiten wie auch einiges an Weltkriegsmunition, unter anderem Panzerabwehrminen und Panzersprenggranaten. Die sofort herbeigeeilten rund 370 Feuerwehrleute, Helfer des Katastrophenschutzes, Soldaten, Polizisten und Forstmitarbeiter mussten sich dem Brandgeschehen mit äußerster Vorsicht nähern. Für alle Einsatzkräfte galt ein Sicherheitsabstand von 1.000 Metern, was nur eine indirekte Brandbekämpfung zuließ. Nach und nach fraß sich das Feuer durch die in den letzten drei Jahrzehnten renaturierten Baumbestände aus Kiefern und Rotbuchen. Schließlich waren knapp 400 Hektar niedergebrannt.

Eindämmung mit Kreisregnern

Während die Feuerwehren im sicheren Abstand Beregnungsanlagen aufbauten, waren immer wieder Explosionen zu hören. Insgesamt 150 dieser Kreisregner kamen zum Einsatz – viele von ihnen wurden von anderen Bundesländern zur Verfügung gestellt. Über dem Brandgebiet kreisten Bundeswehrhubschrauber und unterstützten die Eindämmung. Die 400 Anwohner der Ortschaft Granzin mussten zu ihrer Sicherheit aus ihren Häusern evakuiert werden. Landwirte wurden aufgerufen, auf den Feldern für alle Fälle Wassertanks bereitzustellen.

Noch keine endgültige Entwarnung

Am 20. Juli schließlich, nachdem auch Regenfälle für Entspannung gesorgt hatten, wurde der mehrtägige Großbrand offiziell als gelöscht gemeldet. Straßen und Wege sind wieder freigegeben. Als eine erste Maßnahme zur Prävention neuer Brände wurde die Aufstellung von mobilen Löschboxen beim Forstamt Neustrelitz beschlossen. Weiterhin wird das munitionsbelastete Brandgebiet überwacht, um noch aktive Glutnester zu eliminieren. Die Munitionsräumung liegt letztlich in der Verantwortung der Eigentümer der betroffenen Flächen. In Zukunft sollen Löschwasserbohrungen und für mögliche Schlauchverlegungen freigehaltene Wege die Brandbekämpfung erleichtern. Immerhin kam dem mehrtägigen Einsatz der Umstand zugute, dass schon 2024 in der gleichen Gegend eine Löschübung der Feuerwehr durchgeführt wurde.

Verdacht auf Brandstiftung

Naturschützer gehen davon aus, dass sich trotz des trostlosen Anblicks der verbrannten Flächen die Natur in absehbarer Zeit regenerieren wird. Spannend ist aktuell die noch offene Frage nach den Ursachen. Verschiedentlich wird derzeit der Verdacht auf Brandstiftung geäußert – zumal bereits drei Wochen zuvor auf einem anderen ehemaligen Truppenübungsplatz der Region ein Feuer ausgebrochen war. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.