Warum Kabelbrände zu den häufigsten Brandursachen gehören
Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) veröffentlicht alljährlich eine Statistik der Brandursachen in Deutschland. Regelmäßig führt die Elektrizität als häufigste Brandursache das Ranking an. Demnach wurden 30 Prozent der untersuchten Brände das Jahres 2024 elektrisch verursacht. Weitere 9 Prozent ließen sich auf Überhitzung zurückführen. In beiden Fällen ein Hauptverdächtiger: der Kabelbrand.
So können Kabelbrände entstehen
In vielen Fällen führt ein Kabelbruch zum Ausbruch eines Brandes. Durch die mechanische Veränderung verringert sich der Kabelquerschnitt, sodass es in diesem Bereich zu einer hohen Stromdichte kommt. Die dadurch hervorgerufene Erwärmung schmilzt die Isolation und kann im schlimmsten Fall Kurzschlüsse und Lichtbögen verursachen – es kommt zum Kabelbrand. Lichtbögen können aber auch an losen Klemmverbindungen entstehen. Die hohen Temperaturen zerstören dann die Kunststoffinstallation, was zu Gasbildung und einer Brandentwicklung führt. Auch wenn ein Kabel thermisch überlastet ist, wird wie beim Kabelbruch ein zu kleiner Kabelquerschnitt problematisch. Normalerweise sollte eine Schutzeinrichtung bei Überlastung die Stromzufuhr unterbrechen. Ist diese defekt oder nicht vorhanden, könnte eine Überlastung brandursächlich werden.
Die größten Risiken liegen meist im privaten Bereich
Sicher gibt es durch Kabelbrände ausgelöste Großfeuer in industriellen Produktionsstätten, Büros oder Lagereinrichtungen. Mit einem höheren Risiko ist jedoch der private Sektor behaftet. Denn Betriebsstätten müssen ihre elektrischen Geräte und Anlagen gemäß den Normen der DIN VDE im Allgemeinen alle vier Jahre von qualifizierten Fachkräften prüfen lassen, bei Technik besonderer Art sogar jährlich. Für Kabelinstallationen in privat genutzten Gebäuden existieren dagegen keine gesetzlich verankerten Prüfverpflichtungen.
Brandgefahr durch veraltete Installationen
In Deutschland haben Privathaushalte einen Anteil von 26 Prozent am Gesamtstromverbrauch. Auch wenn deren Verbrauchswerte in den letzten Jahren leicht zurückgegangen sind, so ist über die Jahrzehnte eine deutliche Steigerung zu verzeichnen. Nun sind aber nicht in allen Haushalten die vorhandenen Stromkreise für die Vielzahl an modernen Geräten und Technologien ausgelegt. Die Technik an sich verbraucht heute weniger Strom – wenn aber das Leitungsnetz veraltet ist, kann es unter anderem zu Überlastungen kommen. Insbesondere Steckdosenleisten sind ein Schwachpunkt. Ein Kabelbrand muss nicht plötzlich entstehen. Oft wirkt eine unerkannte Überlastung über längere Zeiträume, in der die Kabelisolation durch Wärmeentwicklung beschädigt wird. Irgendwann entwickelt sich daraus ein Schwelbrand in der Wand, der nicht sofort bemerkt wird. Kleine Ursache, verheerende Wirkung.
Weitere Risikofaktoren in Privathaushalten
Gefährlich können auch durch Blitze ausgelöste Überspannungen werden. Dieses unberechenbare Risiko lässt sich durch einen Überspannungsschutz minimieren. Beim Kauf sollte auf hochwertige Technik geachtet werden. Diese Empfehlung gilt aber auch allgemein für Elektroartikel. Mit der Schwemme von günstigen Haushaltsgeräten aus asiatischer Produktion holt man sich häufig ein Produkt ins Haus, das den hohen europäischen Sicherheitsnormen nicht gerecht wird. Besonderes in Kellern, aber auch in Badezimmern verursachen speziell Wäschetrockner immer wieder Kabelbrände. Während solche Geräte laufen, sollten sie am besten nicht unbeaufsichtigt bleiben.
Kabelbränden kann man vorbeugen
Letztlich steht es in der eigenen Verantwortung, die Gefahr durch einen Kabelbrand im eigenen Haus oder der Wohnung präventiv abzuwenden. Mit einem wachsamen Blick lassen sich defekte Gerätekabel erkennen. Einer Überlastung wird vorgebeugt, indem Mehrfachsteckdosen nicht übermäßig mit Verbrauchern bestückt werden. Das gilt natürlich nicht nur in Privathaushalten sondern ebenso im gewerblichen Bereich. Beim Wechseln eines Leuchtmittels ist unbedingt die Nennleistung zu beachten, vor allem dürfen Leuchten, die auf den Gebrauch mit LED-Leuchtmitteln vorgesehen sind, nicht mit klassischen Glühlampen oder Halogenleuchtmitteln betrieben werden. Sollte eine Steckdose einen Wackelkontakt haben, ist umgehend eine Elektro-Fachfirma zu kontaktieren. Und auch ein griffbereiter und funktionstüchtiger Feuerlöscher oder eine Feuerlöschspraydose sollte in jeden Haushalt gehören.
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