Brandschutz auf Campingplätzen: Risiken & Prävention
Für viele Deutsche ist der Urlaub auf dem Campingplatz mit einem Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit verbunden. Doch genau diese Unbeschwertheit kann gefährlich werden: Brände auf Campingplätzen sind keine Seltenheit, wie mehrere Vorfälle allein im Frühjahr 2026 zeigen. Dieser Beitrag erklärt die häufigsten Brandursachen und zeigt, mit welchen Präventionsmaßnahmen sich Campingplatzbetreiber und Urlauber wirksam schützen können.
2026 viele Campingbrände schon im Frühjahr
Bereits im Februar und April 2026 mussten Feuer auf Campingplätzen in Mülheim an der Ruhr und in Olpe-Sonder von Großaufgeboten der Feuerwehr gelöscht werden. Am Pfingstsonntag brannten auf dem Campingplatz Bankenhof in Hinterzarten das Hauptgebäude und mehrere Ferienwohnungen ab. Anfang Juni wurden bei einem Campingplatzbrand in Niederkrüchten fünf Wohnwagen vom Feuer vernichtet. Eine Person erlitt Verletzungen, weiterer Sachschaden entstand. Mitte Juni ging eine Gartenlaube auf dem FKK-Campingplatz in Steinenstadt in Rauch auf. Und das sind nur einige Meldungen vor Beginn der Hauptsaison. Aber wie kann es in einem begrenzten Zeitraum zu so vielen Bränden auf Campingplätzen kommen?
Offenes Feuer & Elektrik häufige Ursachen
Brände auf Campingplätzen können aus den verschiedensten Ursachen entstehen. Gefahrenpotenzial bergen vor allem:
- Umgang mit offenem Feuer
- Fehler beim Anschluss oder Einbau von Gas- und Elektrogeräten
- defekte Verkabelung beim Anschluss ans Stromnetz
- Fehler im internen Batteriesystem
Andere Koch- und Heizgelegenheiten als daheim in Verbindung mit einer vielleicht etwas zu sorglosen Urlaubsatmosphäre können ungeahnte Folgen haben. Dann besteht das Risiko, dass der gemütliche Abend am Lagerfeuer in einen Zeltbrand umschlägt oder die Kochstelle plötzlich in Flammen steht.
Hinzu kommt: Auf einem Campingplatz kommt viel feuergefährliches Material zusammen. Wohnwagen und auch Autos sind oft mit leicht brennbaren Textilien gefüllt, die eine Ausbreitung von Bränden befördern. Es reicht aber schon aus, wenn eine Tasche mit Kleidung die Batterie zustellt und sich mit der Zeit ein Schwelbrand entwickelt. Styroporverkleidung wirkt wie ein Brandbeschleuniger, Aluminiumverkleidung kann die Hitzestrahlung verstärken. Verhängnisvoll sind überdies im Stauraum gelagerte Grillkohle und Feueranzünder. Neben der Entstehung von giftigen Dämpfen ist damit auch die Ausbreitung des Brandes auf benachbarte Wohnwagen und Fahrzeuge möglich.
Die wichtigsten vorbeugenden Brandschutz-Maßnahmen
Präventionsmaßnahmen regeln die Landesverordnungen über Camping- und Wochenendplätze. Diese Vorschriften unterscheiden sich in den Bundesländern. In Bayern beispielsweise ist die Campingplatzverordnung außer Kraft gesetzt, weshalb Campingplätze im Freistaat bauaufsichtlich behandelt werden. Die grundsätzlichen Sicherheitsbestimmungen sind aber identisch.
- Brandschutzstreifen: Ein Campingplatz muss durch frei gehaltene fünf Meter breite Brandstreifen beziehungsweise -gassen in Abschnitte unterteilt werden.
- Abschnittsgrößen: Die Abschnitte dürfen nur eine bestimmte Zahl an Parzellen und Standplätzen umfassen.
- Feuerlöscher: Diese müssen in ausreichender Zahl von jedem Punkt aus in einer Maximaldistanz von 40 Metern erreichbar sein.
- Löschwasser: Hydranten oder ein nahes Gewässer haben die Wasserversorgung im Brandfall sicherzustellen.
Was man noch tun kann
Die eingangs genannten Beispiele zeigen, dass sich auch bei Einhaltung dieser Vorschriften seitens der Campingplatzbetreiber durchaus ein Brand entwickeln kann. Wo Campingkocher, Grills und Heizstrahler auf engem Raum versammelt sind, gehört deshalb unbedingt ein Feuerlöscher an Bord. Mobile Gas- und Rauchwarnmelder können Schlimmeres verhindern und Menschenleben retten, die auf einem Campingplatz im Schlaf besonders gefährdet sind. Und Gasflaschen gehören sowieso nach draußen.
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