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Jahresrückblick zum Brandgeschehen 2025 in Deutschland

Rund 200.000 Brände und Explosionen ereignen sich nach Angaben des Deutschen Feuerwehrverbands jährlich in Deutschland. Alle zwei bis drei Minuten brennt es nach Statistiken von Versicherern in deutschen Wohnungen. Trotz aller Bemühungen und der ständigen gesetzlichen, administrativen und technischen Verbesserungen im Brandschutz gehören diese Zahlen zur Realität.

Unser Überblick informiert über ausgewählte Großbrände des Jahres 2025. Die Angaben erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, sondern zeigen exemplarisch, dass das Risiko eines großen Brandgeschehens weiterhin leider zum Alltag gehört:

Brand bei der Feuerwehr

Im Januar brannte das Gerätehaus der Feuerwehr im Osthessischen Treffurt mit fünf Einsatzfahrzeugen vollständig aus. Auch der Sozialtrakt wurde so sehr zerstört, dass auch ein Jahr später kein Ersatz geschaffen werden konnte. Besonders bitter: Die betroffenen Feuerwehrleute hatten den Brand ihres eigenen Stützpunkts nicht verhindern können. Ursache war offenbar ein technischer Defekt. Eine Brandmeldeanlage war nicht vorhanden.

Todesopfer in Berlin

Im früheren Internationalen Congress Centrum brach Anfang Februar Feuer in einem Aufzugsschacht aus. Brennender Unrat führte zu einer erheblichen Rauchentwicklung. Der gesamte Komplex wurde von der Feuerwehr belüftet und entraucht. Später wurde in diesem Aufzug eine tote Frau gefunden.

Großbrand auf einem Recyclinghof

Nach den Löscharbeiten sah das 5.000 Quadratmeter große Gelände einer Autoverwertungsfirma in Hatten wie auf einem Schlachtfeld aus. Hunderte Fahrzeuge, Schrottteile und Reifenstapel waren Mitte Mai in Flammen aufgegangen und abgebrannt. 350 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen an, der Schaden geht in die Millionen. Gegen den Betreiber des Schrottplatzes laufen mehrere Klagen.

Altstadtbrand in Villingen

In der eng bebauten Altstadt von Villingen wurden gleich sechs Gebäude durch einen verheerenden Großbrand zerstört – zwei stürzten später teilweise ein. Neben Wohnhäusern brannte auch eine Scheune. Glücklicherweise waren nur vier Leichtverletzte zu beklagen, darunter ein Feuerwehrmann. Der Sachschaden war allerdings immens. Die Brandursache ist noch unklar. Womöglich handelt es sich um einen technischen Defekt.

Historisches Rekordjahr für Waldbrände

Mit knapp 5.000 Hektar verbrannter Fläche ging 2025 als das waldbrandreichste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen in die Annalen der Brandstatistik ein. Auch das bisherige Rekordjahr 2022 wurde überboten. Besonders in Erinnerung blieben die Brände in der sächsisch-brandenburgischen Gohrischheide im Juli, die teils über Flächen mit Munitionsbelastung hinweggingen.

Abfallanlage mit wiederholten Brandereignissen

In Delitzsch bei Leipzig wälzten sich im August bedrohliche schwarze Wolken über eine Abfallentsorgungsanlage, die kilometerweit sichtbar waren. Als eine Produktionsmaschine in Brand geriet, wurden auch große Mengen an Gummi und Kunststoffen ein Raub der Flammen – daher die ungewöhnlich starke Rauchentwicklung. In dem Betrieb hatte es bereits im April gebrannt. Die Ermittler tippen auf illegal entsorgte Batterien als Brandursache.

Explosion in Hamburger Lagerhalle

Ein brennendes Auto löste ebenfalls im August ein Brandinferno auf der Hamburger Veddel am Hafen aus. Das Feuer griff auf eine Lagerhalle mit Lachgas-Flaschen über. Viele Dutzend dieser Kartuschen explodierten, wobei die Trümmer über Hundert Meter weit flogen. Dabei wurden sechs Menschen zum Teil schwer verletzt. Die Hamburger Feuerwehr hatte sich seit drei Jahren keinem ähnlichen Großbrand mehr stellen müssen und brauchte für die Löscharbeiten mehrere Tage. Der Betreiber der Lagerhalle wurde unter anderem wegen Fahrlässigkeit festgenommen.

Ein Berg aus Holzpaletten brennt

Großbrände in Recyclingbetrieben scheinen sich zu häufen. Diesmal brannten Ende August in Plaidt im Kreis Mayen-Koblenz stapelweise Europaletten auf einem solchen Gelände. Mehrere tausend Kubikmeter aus trockenem Holz waren so aufgeschichtet, dass das Löschwasser immer nur den oberen Bereich erreichen konnte. Die Feuerwehr war in Schichten im Einsatz. Am Schluss blieb ein drei Meter hoher Haufen Asche zurück.

Womöglich Straftat in Berlin

Ende September brannte es in einer an acht polnische Facharbeiter vermieteten Doppelhaushalte in Berlin-Marzahn. Bei den Löscharbeiten wurden zwei der Männer tot aufgefunden. Vier der anderen Männer, die sich retten konnten, erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen. Nach den weiteren Männern wird wegen des Verdachts auf Mord und Mordversuchs gefahndet.

Millionenwerte in Freiburg vernichtet

Auf mindestens 50 Millionen Euro beläuft sich der Schaden eines Großbrands in einem Freiburger Industriegebiet im Oktober – einer der größten Brände in der Stadtgeschichte. Die Löscharbeiten zogen sich über zwei Tage. Das Feuer zerstörte einen Komplex mit mehreren Gewerbebetrieben auf rund 60.000 Quadratmetern.

Brandstiftung gegen Familienmitglieder

Ebenfalls im Oktober wurden bei den Löscharbeiten an einem brennenden Einfamilienhaus im Münchner Norden zwei Verletzte und später in der Nähe ein Toter geborgen. Der 57-jährige Mann gilt als Urheber einer Bombendrohung gegen das Oktoberfest und Brandverursacher aus privaten Gründen.

Hochhausbrand in Mannheim

Im Mannheimer Stadtteil Vogelstang wurde im November Feuer im obersten Stockwerk eines Wohnhauses gemeldet. Das Gebäude wurde komplett evakuiert. Für eine 88-jährige Frau kam jedoch jede Hilfe zu spät.

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