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TÜV-Baurechtsreport 2026: Technische Gebäudesicherheit so schlecht wie nie – jede dritte Anlage mit wesentlichen Mängeln

Jede dritte sicherheitsrelevante Anlage in deutschen Sonderbauten weist wesentliche Mängel auf – so viele wie nie zuvor. Das zeigt der aktuelle Baurechtsreport 2026 des TÜV-Verbands, der jährlich den Zustand der technischen Gebäudesicherheit in Hochhäusern, Kliniken, Hotels und Schulen unter die Lupe nimmt. Wir fassen die wichtigsten Zahlen und Handlungsempfehlungen zusammen.

Der TÜV-Verband ist die Interessenvertretung der Technischen Überwachungsvereine in Deutschland und Europa. Auch die TÜV SÜD AG gehört zu seinen Mitgliedern. Jedes Jahr veröffentlicht der Verband einen Baurechtsreport, der als Gradmesser für den vorbeugenden Brandschutz bei Sonderbauten in Deutschland gilt.

Eindringliche Warnung des TÜV-Verbandschefs

Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands, spricht von einem „ernstzunehmenden Warnsignal“. Hochhäuser, Kliniken, Hotels, Schulen und weitere Sonderbauten stellen besondere Anforderungen an die Sicherheitstechnik. Wo es viele Menschen auf konzentriertem Raum zu schützen gilt und zugleich spezifische bauliche Bedingungen vorherrschen, sollte technischer Brandschutz kompromisslos funktionieren. Dennoch muss Dr. Bühler anhand der neuen Datenlage feststellen: „Die Ergebnisse des aktuellen Baurechtsreports zeigen eine systemische Verschlechterung der technischen Gebäudesicherheit und des Brandschutzes.“ So seien Mängel in sämtlichen Anlagetypen festzustellen.

Deutliche Zunahme an Mängeln

Insgesamt 66.023 sicherheitstechnische Anlagen waren 2025 geprüft worden. Das erschreckende Ergebnis: Bei mehr als einem Drittel (35,9 Prozent) wurden wesentliche Mängel festgestellt. Nur etwa jede vierte Anlage war gänzlich mängelfrei (26,9 Prozent). Alle übrigen waren mit geringfügigen Mängeln behaftet. Von den 11.900 erstmalig geprüften Anlagen wiesen 26,3 Prozent wesentliche Mängel auf.

Ein näherer Blick auf die einzelnen Anlagetypen offenbart die kritischen Zustände. Die Quote an wesentlichen Mängeln jeweils im Vergleich zu 2024:

  • Lüftungsanlagen: 44,2 Prozent (34,8 Prozent)
  • Feuerlöschanlagen: 40,6 Prozent (30,4 Prozent)
  • Alarmierungsanlagen: 35,3 Prozent (26,4 Prozent)
  • Sicherheitsversorgungsanlagen: 35,2 Prozent (30,0 Prozent)
  • Sicherheitsbeleuchtungsanlagen: 35,0 Prozent (25,2 Prozent)
  • Rauch- und Wärmeabzugsanlagen: 33,1 Prozent (27,5 Prozent)
  • Brandmeldeanlagen: 30,4 Prozent (20,5 Prozent)

Technische Resilienz als Schwachpunkt

Auch wenn es beim „Problemkind“ Lüftungsanlagen wenigstens 30,1 Prozent mängelfreie Prüfungen gab oder bei den Feuerlöschanlagen 29 Prozent – die Relevanz der hohen Negativzahlen überwiegt. Sie stehen für schwere Versäumnisse bei Wartung und Pflege von Sicherheitsanlagen. Im Brandfall wirken alle Systeme zusammen. Fällt auch nur ein Teil von ihnen aus oder arbeitet nicht korrekt, stehen Menschenleben und Sachwerte auf dem Spiel. TÜV-Verbandschef Dr. Bühler spricht insbesondere die Undurchführbarkeit von Sicherheitskonzepten an, die bei Problemen in den zentralen Systemen im Ernstfall nicht funktionieren können. Dabei geht es auch um mögliche Gefährdungslagen durch eine hybride Bedrohung. Dr. Bühler äußert Bedenken, „dass die technische Resilienz vieler Gebäude nicht mit den wachsenden Anforderungen Schritt hält.“

Was der TÜV-Verband empfiehlt

Der TÜV-Verband fordert eine ganzheitliche Sicht auf sicherheitsrelevante Anlagen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. So würden viele Mängel bereits in der Planungsphase entstehen und dann bis in den laufenden Betrieb weitergetragen. Gerade kritische Infrastruktur muss sich jedoch auf eine reibungslos funktionierende Sicherheitstechnik verlassen können. Davon ausgehend empfiehlt der TÜV-Verband:

  • Verbindlichkeit: bundesweit einheitliche Standards für die Prüfung, Wartung und Dokumentation
  • Konsequenz: zeitnahe Behebung festgestellter Mängel und unabhängige Nachprüfung
  • Resilienz: bessere Krisenvorbereitung durch funktionstüchtige Notstromsysteme, klare Zuständigkeiten und regelmäßig aktualisierte Notfallkonzepte